KULTUR FÜR ALLE 

a film produced and directed by
Georges Gachot
 
Production Year 1999
Length 45 min., color
Format, Digital Betacam, 16/9
Version: German, French, Italian
 
Synopsis

(Deutsch)
Stellen Sie sich vor, bei jedem Kauf eines Produktes würde automatisch ein Prozent des Verkaufspreises für kulturelle und soziale Zwecke verwendet! Eine Utopie?
Nicht in der Schweiz: Der Zürcher Geschäftsmann Gottlieb Duttweiler hat diese Idee in die Tat umgesetzt.
 
 
1925 gründete Gottlieb Duttweiler die Migros AG mit dem Ziel, Waren guter Qualität möglichst günstig anzubieten. Als die Migros sich zu einem der grössten Detailhandelsunternehmen der Schweiz entwickelte, legte er fest, dass ein Prozent des Umsatzes in kulturelle und soziale Aktivitäten investiert werden muss. Heute vergibt die Migros im Rahmen dieses Kulturprozentes jährlich mehr als 100 Millionen Schweizer Franken und definiert dadurch die zwiespältige Beziehung zwischen Wirtschaft und Kultur auf eine weltweit einzigartige Weise.
 
Ein Beispiel: Vor fünfzig Jahren fanden die ersten Klubhaus-Konzerte statt. Heute sind sie ein fester Bestandteil des Schweizer Musiklebens. Die Veranstalter verfolgen nach wie vor Gottlieb Duttweilers Absicht, ein wertvolles Kulturgut dank günstigen Eintrittspreisen allen Musikliebhabern zugänglich zu machen. Die Konzerte finden nicht nur in den kulturellen Zentren, sondern auch in kleineren Städten der ganzen Schweiz statt.
 
Der Film "KULTUR FÜR ALLE" illustriert anhand der Klubhaus-Konzerte beispielhaft Gottlieb Duttweilers Forderung nach einer Wirtschaft, die ihre Verantwortung den Menschen und der Kultur gegenüber wharnimmt. Historische Aufnahmen lassen eine Zeit lebendig werden, in der die Grundlagen für die heutige Tätigkeit geschaffen wurde.

Television
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG
(22.11.1999 Nr. 272 38)
 
Gottlieb Duttweilers Kultur für alle
 
azn. Im letzten Jahr haben die Klubhauskonzerte des Migros-Kulturprozents ihr fünfzigjähriges Bestehen gefeiert. Der Filmemacher Georges Gachot, ein Spezialist für Musikfilme, hat im Auftrag dieser Institution und als Koproduktion von 3sat, SF DRS, TSR und TSI einen Beitrag geschaffen, in welchem dieses weltweit wohl einzigartige privatwirtschaftliche Kulturförderungsmodell vorgestellt wird.
 
Der Filmtitel «Kultur für alle» bringt die sozialpolitische und mäzenatische Vision des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler genau auf den Punkt. Statutarisch legte Duttweiler fest, dass ein Prozent des Jahresumsatzes der Migros in Form von kulturellen Leistungen an die Kunden zurückgegeben werden soll.
 
Heute werden jährlich über 100 Millionen Franken vom Migros-Kulturprozent für kulturelle und soziale Zwecke investiert. «Der Mensch und nicht der Franken gehört in den Mittelpunkt der Wirtschaft», lautet einer der in prachtvollem helvetischem Hochdeutsch geäusserten träfen Sprüche Duttweilers. Die Wirtschaft habe eine Verantwortung für das Allgemeinwohl wahrzunehmen. Damit scharte «Dutti» seinerzeit die Menschen um sich, damit betrieb er Politik. Mit solchen Aussagen würde er heute wieder anecken.../.
 
 
 
Mario Venzago
Already broadcasted on
TSI 1 & 2, CH (December 1999)
3SAT, (22.11.1999)
DRS SF 1, (30 January 2000)
TSR 2, (2 juillet 2000)
Cinema
Cinema in Switzerland
Zurich
Arthouse Alba, April 2000
Reviews
 
../. Der Film veranschaulicht Duttweilers Visionen und würdigt seine zweifellos einzigartige Leistung. Dass sich indessen an seiner Politik damals die Geister heftig schieden, dass er ein machtbewusster Mensch mit geradezu demagogischen Seiten war, kann man aus den Archivaufnahmen von öffentlichen Auftritten Duttweilers im Film selber schliessen; Gachot bleibt neutral und enthält sich des Kommentars. Aber es ist hilfreich, wenn man weiss, dass die Archivaufnahmen aus zwei durchaus propagandistischen Filmen - «Familie M» und «Familie M-junior» - stammen.
Neutral stellt Gachot auch die Aussagen des ehemaligen Direktors für den Bereich Kultur und Soziales des Migros-Genossenschafts-Bundes, David Bosshard, in den Raum: Es sei mindestens so anspruchsvoll, Kulturförderungsgeld für Gruppen, wo man etwas bewirken wolle, sinnvoll, effizient und effektiv auszugeben, wie Geld zu verdienen. Bewirken? Das heisst doch auch: Einfluss nehmen. Und: Grundsätzlich seien alle Künstler, alle Kunden immer Menschen, welche nach bestimmten finanziellen Anreizen funktionieren würden. «Ich denke, es ist immer am besten, enn man sich gegenseitig möglichst grosse Freiheiten lässt. Aber man muss Rahmenbedingungen setzen, und ich bin dafür, dass man ganz klare Erfolgskriterien hat. Ich glaube nicht, dass es gut ist, einfach Geld zu geben, sondern dass man am Schluss immer sagt, nach diesen Kriterien war unsere Kooperation auch befriedigend.»
So spricht kein Mäzen, sondern ein Sponsoringchef. Und damit signalisiert Bosshard eine neue Richtung, welche das Migros-Kulturprozent einschlägt. Gachot hinterfragt dies nicht weiter. Wiederum darf man Bosshards Aussage selber mit der scheuen Bemerkung des jungen Komponisten Valentin Marti in Beziehung setzen, dass ein Künstler ungern Imageträger für ein Geldgeber sei und sich nicht dreinreden lassen wolle. Nebenbei erfährt man, dass Marti für einen Kompositionsauftrag, an welchem er zwei, drei Monate oder länger arbeitet, 3000 Franken als Honorar erhält.
Gachots Beitrag hält aber auch einige prachtvoll zur Musik geschnittene Bilder und Archiv- Sequenzen bereit (Schnitt: Ruth Schläpfer). Die Proben der hilharmonischen Werkstatt Schweiz mit dem Dirigenten Mario Venzago an Gustav Mahlers siebter Sinfonie sind injeder Hinsicht sehenswert.Und das ebenfalls singuläre Modell dieses auf freiwilliger Basis zusammenarbeitenden Orchesters verdankt sich wesentlich dem Migros- Kulturprozent.
René Karlen, der heutige Leiter der Klubhauskonzerte, betont, welch grosses Anliegen ihm die Vermittlung der zeitgenössischen Musik sei, und lässt - wie weiland Duttweiler - die Taten und den gestiegenen Publikumsaufmarsch für sich sprechen. Kein Zufall also, feierten sich die Klubhauskonzerte selber unter anderem mit einem Kompositionsauftrag an die polnisch-schweizerische Komponistin Bettina Skrzypczak. Einige Takte aus ihrem Klavierkonzert sind in Proben und Konzertaufnahmen mit der Philharmonischen Werkstatt und dem Solisten Massimiliano Damerini zu hören und sehen. Gerne hätte man über Skrzypczaks sehr gestische, virtuose Musik einiges mehr erfahren, gerne mehr gehört.
Auch die fünfzigjährige Geschichte der Klubhauskonzerte wird nach dem ausführlichen Abschnitt über Duttweiler eher knapp dargestellt. Nicht, dass nicht ausführliche Recherchen stattgefunden hätten, doch stiess Gachot dabei auf die Schwierigkeit, dass in den Archiven keine filmischen Dokument existieren. Weder von der Wochen- noch von der Tagesschau wurden damals Klubhauskonzertereignisse - zum Beispiel der erste und einzige Auftritt von Maria Callas in der Schweiz - zur Kenntnis genommen. Wohl, weil das als Werbung für die Migros und für «Duttis» Landesring der Unabhängigen angesehen worden wäre? Diesbezüglich hat sich inzwischen einiges geändert.
© AG für die Neue Zürcher Zeitung NZZ 1999
Video (French or German)
to order a Video...please contact Georges Gachot at info(at)gachot.ch
Television
A co-production of 3 SAT / TSR / DRS / TSI

General informations
Music excerpts from
Chefkamera und Licht DAVID GOPSILL
Kamera FILIP ZUMBRUNN, HANS JÖRG WAHL
Schnitt & Regieassistenz RUTH SCHLÄPFER
Ton DIETER MEYER, ANDREAS LITMANOWITSCH
Tonmischung Digiton / JÜRG VON ALLMEN C.A.S
Gustav Mahler
Mauricio Kagel
Bettina Skrzypczak
Valentin Marti
Chris Hazell
Heitor Villa-Lobos
Franz Schubert
 

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